Teillohnmodell

Qualificazione Rifugiati Intersettoriale SG
 

Die Arbeitsmarktintegration von Flüchtlingen (FL) und vorläufig Aufgenommenen (VA) ist im Kanton St.Gallen, wie auch Gesamtschweizerisch, noch immer tief. Oftmals stellt der Schritt von einem Praktikum in den ersten Arbeitsmarkt aufgrund verschiedener Defizite für die betroffenen Personen eine unüberwindbare Hürde dar. An diesem Punkt setzt das Teillohnmodell an. Es ermöglicht es Arbeitgebenden, FL, VA sowie Migrantinnen und Migranten mit vergleichbaren Herausforderungen für eine bestimmte Zeit unter den orts- und branchenüblichen Löhnen zu beschäftigen und diese so "on the job" zu ...

Denn trotz verschiedener Anstrengungen zur besseren arbeitsmarktlichen Integration von Flüchtlingen (FL) und vorläufig Aufgenommenen (VA) ist die Erwerbsquote bei dieser Personengruppe noch immer tief. Ende 2016 lag sie für VA schweizweit bei 30,3 Prozent, bei FL sogar lediglich bei 24 Prozent. Diese Personen verlassen die Schweiz in der Regel nicht mehr und haben ein grosses Interesse an einer beruflichen Integration. Auch für den Kanton und die Gemeinden ist die nachhaltige Integration dieser Personengruppe in den Arbeitsmarkt von gesellschaftspolitischem und volkswirtschaftlichem Interesse, da Sozialhilfekosten gespart werden können.

Im Kanton St.Gallen wurde deshalb ein Konzept für ein Teillohnmodell entwickelt. Das Konzept wurde in Anlehnung an ein im Kanton Graubünden bereits erfolgreich etabliertes Modell erstellt. Hintergrund des Teillohnmodells ist die Tatsache, dass eine langfristige Integration von FL und VA, aber auch von anderen Migrantinnen und Migranten mit ähnlichen Defiziten, in den Arbeitsmarkt oft scheitert. Meist ist insbesondere die Hürde von einem Praktikum in eine anschliessende Festanstellung für die betroffenen Personen zu gross. Die Arbeitgebenden sind nicht bereit, die Stellensuchenden zum orts- und branchenüblichen Lohn einzustellen, da ihre Arbeitsleistung dafür nicht ausreicht. Meist bestehen sowohl Defizite im Sprachbereich, als auch fehlen genügend berufspraktische und Arbeitsmarkt-Kenntnisse. Zudem beste-hen kaum Potentiale für eine Ausbildung auf dem herkömmlichen, dem schulischen Weg. Eine Qualifikation über berufliche Tätigkeit ist demnach angezeigt.

An dieser Lücke zwischen Praktikum und Festanstellung setzt das Teillohnmodell an. Es basiert auf drei aufeinanderfolgenden Stufen, in denen die Teilnehmenden kontinuierlich ihre Fähigkeiten im Teillohnbetrieb aufbauen können. Parallel dazu erwerben sie fehlende Sprachkenntnisse und bauen allfällige weitere Defizite gezielt ab. Die Entlohnung durch den Betrieb erfolgt während der Projektdauer stufenweise entsprechend den Fähigkeiten des Arbeitnehmenden (Teillohn). Die Transferzahlung bis zur Höhe des Referenzeinkommens erfolgt durch das Sozialamt. Ziel ist es, dass die Arbeitnehmenden nach Abschluss des Projekts eine vollwertige Arbeitsleistung erbringen, für welche ein orts- und branchenüblicher bzw. einen gemäss Gesamt- (GAV) oder Normalarbeitsvertrag (NAV) vorgeschriebenen Mindestlohn entrichtet wird. Das Projekt startet voraussichtlich per 1. Januar 2018.

Promotore

Kompetenzzentrum Integration und Gleichstellung, Amt für Soziales des Kantons St.Gallen

Das Kompetenzzentrum Integration und Arbeit im Amt für Soziales koordiniert die Integrationspolitik des Kantons St.Gallen. Es fördert und unterstützt Integrationsbemühungen verschiedener Akteure im Kanton und verwaltet den Integrationskredit des Bundes.

Kompetenzzentrum Integration und Gleichstellung, Amt für Soziales des Kantons St.Gallen
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9001 St.Gallen

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